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LandFrauen:

Natürlich aktiv!


Geschichtspfad Marineartilleriearsenal Wahlstedt

Die Neuengörser LandFrauen nutzten in diesem Jahr ihre Radtour für einen Ausflug in die Vergangenheit: eine Vergangenheit, die die Stadt Wahlstedt bis in die heutige Zeit prägt. Ziel war das dortige Informations- und Dokumentationszentrum des ehemaligen Marineartilleriearsenals.

Frau Angelika Remmers, Vorsitzende der VHS Wahlstedt

 

Frau Angelika Remmers, Vorsitzende der VHS Wahlstedt, hieß die Gruppe im Wasserwerksbunker des Arsenals willkommen und schilderte kenntnisreich die Geschichte und die Bedeutung der einstigen Militäreinrichtung. Ab 1937 begann man mit dem Aufbau des Marine-Artillerie-Arsenals Fahrenkrug im Segeberger Forst am Rande von Wahlstedt. Wahlstedt selbst war damals nur ein kleines Dorf mit 750 Einwohnern. Das Gelände umfasste insgesamt 500 ha. Zwei Drittel der Fläche war Wald, in dem über 233 Bunker als Munitionsdepots gebaut wurden. Auf der übrigen Fläche wurden Fabriken zur Munitionsfertigung und –instandsetzung, Energieversorgung, Stabs- und Verwaltungsgebäude sowie Sicherheitsanlagen errichtet.

 

In diesem Komplex wurde von ca. 2000 Arbeiterinnen und Arbeitern rund um die Uhr in 4 Schichten Munition für die Kriegsmarine gefertigt. Die Arbeitskräfte kamen aus einem großen Umkreis mit Fahrrad, Bus und Bahn. Aber auch viele Fremdarbeiter, aus Lettland und der Ukraine verschleppt, und russische Kriegsgefangene mussten im Arsenal Zwangsarbeit verrichten. Eine Gedenkstätte erinnert an die vielen ausländischen Zwangsarbeiter und ihre Leiden.

 

Mit Ende des 2. Weltkriegs übernehmen die englischen Truppen das Arsenal. Von 1945 bis 1949 mussten 50.000 Tonnen Munition vernichtet werden. Die Bunker wurden gesprengt und das Gelände demontiert. Die Werkstattgebäude blieben jedoch größtenteils erhalten und konnten ab 1947 einer zivilen Nutzung zugeführt werden.

 

In Wahlstedt hatten sich inzwischen viele Ausgebombte und Flüchtlinge eingefunden. In den Werkstätten wurden u.a. Ausbildungswerkstätten eingerichtet, um z.B. Russlandheimkehrern, die durch den Krieg keine Ausbildung erhalten hatten, eine Lehre zu ermöglichen. In anderen Gebäuden siedelten sich Betriebe an, u.a. das Glaswerk, Arko (1948), Pelz, Lichtenheldt, später Grundfos.

 

Wahlstedt entwickelte dadurch von einem Dorf zu einer Kleinstadt mit heute 10.000 Einwohnern aus 60 Nationen. Im Wasserwerksbunker kann dieser Weg anhand einer informativen Ausstellung nachverfolgt werden. Ein Geschichtspfad durch die Stadt informiert auf Infotafeln über den Aufbau und die Aufgaben des Arsenals vor und im 2. Weltkrieg, die Arsenalsauflösung und die friedliche Nutzung nach Kriegsende. Federführend für die Aufarbeitung dieses Kapitels der Ortsgeschichte ist das engagierte Heimat- und Handwerksmuseum, das der Volkshochschule Wahlstedt e.V. angeschlossen ist.

 

Text und Fotos: Inke Studt-Jürs


Kommodige Wiehnachtstied

Am Abend vor dem Nikolaustag trafen sich die Mitglieder des Seniorenclubs Wakendorf I und des LandFrauenVereins Neuengörs im Dorfgemeinschaftshaus in Bühnsdorf, um sich bei selbstgebackenen Keksen, Stollen, Punsch und Tee gemeinsam auf die Weihnachtszeit einzustimmen. Es war so richtig "koomodig"! Ulli Brüchmann, der über lange Jahre für die Sendung "Hör mal ’n beten to" des Senders NDR 1 Welle Nord als Autor und Sprecher tätig war, lies mit lustigen und besinnlichen Weihnachtsgeschichten auf Platt die richtige Weihnachtsstimmung aufkommen. Er las aus Werken von Rudolf Kienau und Reimer Bull, aber viele Geschichten stammten auch aus eigener Feder. Die Zuhörer waren nicht nur von Rudolf Kinaus traditionellem "Bruunen Schimmel" angetan, ganz besonders traf der Verteller die Herzen der Zuhörer mit "Peter trekt ut", der plattdeutschen Übersetzung von Astrid Lindgrens "Pelle zieht aus".



Besuch des Gutes Schierensee

Der Herbstausflug führte die Neuengörser LandFrauen zum Gut Schierensee, einem außergewöhnlichen Kulturdenkmal in Schleswig-Holstein. Das am Westensee idyllisch gelegene Gut wurde bereits im Mittelalter erwähnt, wurde aber Ende des 18. Jahrhunderts besonders durch Caspar von Saldern geprägt. Der Staatsminister der Zarin Katharina II von Russland erkor das Anwesen zu seinem Altersruhesitz. Die Anordnung von Herrenhaus mit Ehrenhof, Wirtschaftshof und Waldpark auf dem nahen Heeschenberg ist seit dieser Zeit unverändert. Gut Schierensee befindet sich seit 1997 im Besitz der Günther Fielmann Stiftung Schierensee, die sich engagiert für dessen Erhalt einsetzt.

 

Die Gutsverwalterin Frau Münker empfing die Besuchergruppe und führte sie durch die Repräsentationsräume mit dem Mobiliar aus dem 18. Jahrhundert, den Gemälden und der Bibliothek. Anders als in anderen Museen und Schlössern durfte auf den Stühlen auch mal Platz genommen werden. Im Anschluss ging es zusammen mit Herrn Hinrichsen, einem der fünf festangestellten Gärtner, durch die Garten- und Parkanlage. Caspar von Saldern ließ den Garten Ende des 18. Jahrhunderts als sogenannten Eremitage-Garten anlegen. Er war zwar noch vom Rokoko geprägt, galt aber bereits als Vorbote des englischen Landschaftsgartens. Die Pflege der Parkanlage wurde über viele Generationen vernachlässigt. Der jetzige Besitzer möchte nun in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege die Anlage aus ihrem Dornröschenschlaf wecken und die ursprünglichen Strukturen wieder erstehen lassen.

 

Neben dem Kulturdenkmal gehört auch ein Wirtschaftsbetrieb zum Gut. Die Ländereien werden ökologisch nach den Bioland-Richtlinien bewirtschaftet. Zum Abschluss des Besuchs führte Herr Maschmann die LandFrauen durch die Stallungen. Auf dem Hof werden Holsteiner Pferde gezüchtet, eine traditionelle und beliebte Sportpferderasse aus Schleswig-Holstein. Daneben werden Limousin-Rinder gezüchtet. Dabei handelt es sich um eine robuste Fleischrinderrasse, die ursprünglich aus Frankreich stammt. Etwas Besonderes stellt der Einsatz für das Kärtner Brillenschaf dar. Der Bestand dieses widerstandsfähigen Schafes mit der auffälligen schwarzen Pigmentierung rings ums Auge ist weltweit gefährdet. Das Gut Schierensee und auch der Partnerbetrieb Hof Lütjensee tragen durch die Zucht zum Erhalt dieser Rasse bei. Warum gerade diese Schafrasse, lässt sich natürlich leicht erraten!

 

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Erdbeeren brauchen viel Zuneigung

Der diesjährige Juli-Ausflug führte die Neuengörser LandFrauen in den Westen des Kreises Segeberg auf den Erdbeerhof Kaack. Bevor es auf das Feld ging, stellte der Betriebsleiter Konstantin Kaack den Betrieb und den Anbau von Erdbeeren in einer Präsentation vor. „Seit 1983 bauen wir Erdbeeren an“, erläuterte der 35-Jährige. Die Anbaufläche erreicht mittlerweile 40 ha. Durch geschickte Sortenkombination und den Anbau in Folientunneln beginnt die Saison auf dem Betrieb bereits Anfang Mai und endet erst Ende September. Dabei werden die Erdbeeren ausschließlich für die Direktvermarktung angebaut. Die Früchte werden an Verkaufsständen zwischen Kiel und Hamburg, über den Einzelhandel oder zum Selberpflücken angeboten. Dabei gilt immer die 100% Frische-Garantie: täglich frisch gepflückt direkt vom Feld an den Stand. Zu den Erdbeeren gesellt sich als zweite Sommerfrucht die Himbeere mit einer Fläche von 1 ha (0,5 ha im Folientunnel).

 

Auf weiteren 40 ha des Betriebes werden Erdbeeren auf hohem hygienischem Niveau vermehrt. Die Jungpflanzen finden in Deutschland, Dänemark und im Baltikum, also in Regionen mit ähnlichen klimatischen Verhältnissen ihren Absatz.
Die LandFrauen und –männer bewunderten das Personal-Management des Betriebsleiters. Neben der Familie und 25 Festangestellten kommen in der Saison 80 Aushilfskräfte aus der Region für die Auslieferung und den Verkauf der Früchte dazu. Zum Pflücken reisen bis zu 100 Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa an, denen auch entsprechende Unterkünfte auf dem Hof oder im näheren Umfeld angeboten werden.


Ist die Sommerfruchtsaison beendet, kehrt keineswegs Ruhe ein auf dem Betrieb. „Wir schenken den Franzosen Glück“, so Konstantin Kaack. Auf 20 ha werden Maiglöckchen für den französischen Markt produziert. Hier liegt in den Monaten September bis November der Hauptarbeitsschwerpunkt. Bei unserem westlichen Nachbarn ist es üblich, sich am 1. Mai mit einem Topf oder einem Strauß Maiglöckchen Glück zu wünschen.

 

Dann ging es aber mit dem Besucherwagen hinaus auf die Erdbeer- und Himbeerfelder, wo der Betriebsleiter weiter viele Fragen rund um seinen Betrieb beantwortete und die eine oder andere Frucht genascht werden durfte.

 

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Neuengörser Landfrauen sind nicht aus Zucker! ...und das Museum nicht von 1606!

Der Landfrauenverein Neuengörs und Umgebung e. V. ließ sich durch Regen nicht von seiner traditionellen Frühjahrsradtour abhalten. 15 sportliche Mitglieder des Vereins machten sich bei leicht bewölktem Himmel pünktlich wie immer an der Neuengörser Osterkirche auf ihre etwa 30 km lange Tour. Auf romantischen und kaum befahrenen Nebenwegen gelangten sie über Mielsdorf, Weede und Christiansfelde in etwa einer Stunde zum Zwischenziel – dem Museum Alt-Segeberger Bürgerhaus.

 

Dort angekommen, stießen 5 weitere Mitglieder des Vereins zur Gruppe und alle wurden auf unterhaltsame und sehr sachkundige Weise von Museumsleiter Nils Hinrichsen durch das neu konzeptionierte Museum geführt. Er berichtete von einer spannenden Geschichte dieses noch älter als bisher geglaubten Hauses. Seit der Gründung des Museums war nämlich an der restaurierten Fassade – dem Prachtgiebel – „ANNO DOM. 1606“ zu lesen. Doch dieses Haus ist, wie Hinrichsen akribisch recherchiert hatte, noch beinahe 70 Jahre älter. „Wenige Jahre nach dem verheerenden Stadtbrand von 1534 war dieses Haus als eines der ersten Wohnhäuser Segebergs bereits wieder aufgebaut“ betonte er.

 

Ein Forschungsprojekt im Jahr 2012 ergab, dass die meisten Eichen, die für den Bau dieses Hauses verbaut wurden, bereits im Winter 1540/41 geschlagen wurden. Diese erste Spur brachte den Historiker auf eine weitere Idee, die zwar aufwendig aber von Erfolg gekrönt war. Nun steht fest: Das Alt-Segeberger Bürgerhaus wurde im Jahr 1541 gebaut. Und das Holzschild am Giebel wurde inzwischen durch ein neues ersetzt.

 

Während die Landfrauen dieser spannenden Geschichte lauschten, prasselte draußen bereits ein heftiger Schauer nieder. Und der nächste lief den Damen wenig später über den Rücken, als ihnen nämlich gleich nach dem Start zur zweiten Etappe sprichwörtlich die Luft wegblieb. Die Luft aus einem der 15 Hinterreifen. Alles Pumpen half nichts - es musste repariert werden.

 

Das Glück im Unglück war zum einen der Ort des Geschehens. Denn der Weg zur nächsten Fahrradwerkstatt war nicht weit. Und auch der Zeitpunkt hätte kaum besser gewählt werden können - es zischte zur besten Ladenöffnungszeit. Die Gruppe teilte sich an dieser Stelle und zwei Radlerinnen brachten den kaputten Drahtesel in die Fahrradwerkstatt Wiencke in der Hamburger Straße, während der Rest der Gruppe weiterfuhr. In einer Rekordzeit von 9 Minuten wechselte Fahrradfachmann André Schröder dort den Schlauch des Hinterrades aus. Diese Zeit reichte leider nicht aus, um die Regenwolke vorüberziehen zu lassen. Die Fahrt musste in strömendem Regen fortgesetzt werden.

 

Nächstes Ziel: „Landcafé zu den Linden“ in Mözen. Völlig durchnässt angekommen stärkten sich die Damen mit einem leckeren Stück Torte und wärmten sich an heißem Kaffee, bevor es auf den „letzten Teil der Reise“ – dem nach Hause – ging. Es hatte sich leider eingeregnet, aber die Neuengörser Landfrauen sind ja bekanntlich nicht aus Zucker.

Text und Fotos: Karen Birkner

 

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LandFrauenVerein Neuengörs und Umgebung e.V.
1. Vorsitzende
Anke Bardowicks
Dorfstraße 12a
23845 Bühnsdorf

Tel. 04550/1017
E-Mail info@landfrauen-neuengoers.de